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Informationen zum Thema Prostitution

Hydra e.V.

Hydra e.V. ist ein autonomer Verein für Prostituierte, der im Jahr 1980 in Berlin ins Leben gerufen wurde. Frauen, die den unterschiedlichsten Berufen nachgegangen sind, haben sich zusammengeschlossen, um die Vorurteile in Bezug auf den Beruf der Prostituierten aus der Welt zu schaffen. Die sozialen und politischen Rechte von Sexarbeiterinnen zu stärken, sind mit die zentralen Anliegen des Vereins. Doch wofür tritt Hydra e.V. noch ein und welche Hilfs – und Beratungsangebote stellt der Verein zur Verfügung?

Welche politischen und gesellschaftlichen Ziele liegen Hydra e.V. am Herzen?
Dem Verein ist es besonders wichtig, dass Sexarbeiter und Sexarbeiterinnen genau den gleichen Respekt erfahren, wie alle anderen Mitglieder unserer Gesellschaft auch. Dadurch wollen die Vereinsmitglieder erreichen, dass die Ausgrenzung und Gewalt gegenüber Sexarbeitern aufhört und die Menschen aufhören mit zweierlei Maß zu messen. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen nicht nur die steuerrechtlichen Regelungen in Bezug auf den Beruf der Sexarbeiterin angeglichen werden, sondern auch die allgemeinen Arbeitsbedingungen in dieser Branche müssen verbessert werden. Damit die Anliegen der Sexarbeiter – und Sexarbeiterinnen aber nicht fremdbestimmt modifiziert werden, sind viele Prostituierte aktiv am Projekt Hydra e.V. beteiligt. Denn Sexarbeiter wissen am Besten, was sie sich in politischer und gesellschaftlicher Hinsicht wünschen und welche Verhaltensweisen sie verletzen.

Wie versucht der Verein seine Ziele umzusetzen?
Neben gut vernetzter Öffentlichkeits – und Lobbyarbeit setzt der Verein auch auf individuelle Beratung und die Übernahme von elementaren Aufgaben des Vereins durch die Sexarbeiter selbst. So tauschen die Sexarbeiter unter anderem Erfahrungen miteinander aus und nehmen aktiv an der Beratungsaktivität des Vereins teil. Hydra e.V. setzt auch verstärkt auf die lokale Arbeit, bei der die Sexarbeiter direkt an ihrem Arbeitsplatz aufgesucht werden. Dort wird direkte Aufklärungsarbeit geleistet und die Sexarbeiter können alle Fragen stellen, die ihnen auf der Seele brennen. Wichtig ist dem Verein außerdem über die gesundheitlichen Risiken der Sexarbeit aufzuklären.

Welche Beratungsangebote offeriert der Verein und an wen richten sich diese Angebote?
Die Beratungsangebote des Vereins richten sich nicht nur an Sexarbeiterinnen, sondern auch an Freier, Partner oder Angehörige von Sexarbeiterinnen oder an Menschen, die mit Prostituierten arbeiten. Die Ratsuchenden können in der Beratungsstelle mit einem Steuerberater sprechen, der bei allen Fragen rund um das Thema Steuern behilflich sein kann. Auch eine kostenlose Rechtsberatung kann durch die Beratungsstelle des Vereins vermittelt werden. Dort können die Hilfesuchenden in den Bereichen Strafrecht, Sozialrecht, Aufenthaltsrecht oder den Möglichkeiten des Gewaltschutz beraten werden.
Frauen, die mit dem Gedanken spielen in die Sexarbeit einzusteigen, können sich auch über dieses Thema bei dem Verein informieren. Der Verein hilft dabei den richtigen Arbeitsplatz zu finden oder den Weg in die Selbstständigkeit zu wagen. Sexarbeiter, die mit dem Gedanken spielen aus der Sexbranche auszusteigen, können bei Hydra e.V. die nächsten beruflichen Schritte besprechen. Der Verein vermittelt praktische Unterstützung bei dem Einstieg in neue Berufsfelder oder einen Kontakt zu Angeboten für ein individuelles Jobcoaching. Natürlich können bei Hydra e.V. auch Angehörige von Sexarbeiterinnen Hilfe erhalten. Denn viele Partner oder Verwandte von Prostituierten wissen nicht, wie sie mit der neuen Beziehungssituation umgehen sollen. Auch hier kann der Verein Hilfestellung geben.